Impressum       Kontakt     Home   

                       Wissenswertes über die Taubheit bei Hunden

     Traurige Wahrheit .......

Variell, die trächtige Dalmatinerhündin erwartete in nicht zu langer Zeit ihre Welpen. Sie hatte schreckliche Angst vor der Niederkunft, denn sie wusste, dass Nero, der Vater ihrer ungeborenen Kinder einseitig taub war und die Wahrscheinlichkeit, dass einige ihrer Welpen taub geboren wurden, war deshalb sehr groß.

Es war mal wieder so eine der schwülen Sommernächte, an der sie nicht einschlafen konnte und sie warf sich unruhig auf ihrem Strohlager hin und her. Ein Gedanke jagte den anderen:

Was sollte sie nur tun, wenn einer oder mehrere ihrer Welpen taub geboren wurden. Sie wusste nur zu gut, wie die Menschen mit ihnen umgingen und auch ihr eigener Besitzer war mit Behinderungen nicht zimperlich. Alles was nicht normal war, wurde abgelehnt. Sie konnte sich nur zu gut an die die hübsche Katzenlady Cary erinnern, die bei einem Autounfall ihr Bein verlor. Ihr wurde gar nicht erste die Möglichkeit eingeräumt, mit drei Beinen klarzukommen, nein, sie wurde gleich eingeschläfert, weil ihr Besitzer der Meinung war, dass sähe ja schrecklich aus und eine Katze mit drei Beinen.sei wertlos und zu Nichts nutze........

Variell erhob sich ein wenig schleppend, denn ihr runder Bauch machte ihr langsam zu schaffen. Sie lief in den Garten zu ihrem Lieblingsplatz, ein kleiner Fischteich, umgeben von grünem Schilf. Der Mond spiegelt sich darin, ach, war das schön.....und so friedlich……..

Sie suchte sich ein gemütliches Plätzchen und schlief nach kurzer Zeit vor Erschöpfung ein.

Sie träumte:
wie sie den Mond fragte: Sag Mond, wenn einer meiner Welpen taub geboren würde, was würdest Du machen? Was ich machen würde, erwiderte der Mond freundlich: Ich würde mich freuen und würde diesen Welpen genauso lieben, wie die anderen auch.

wie sie die Sterne fragte: Sagt ihr Sterne, wenn einer meiner Welpen taub geboren würde, was würdet ihr machen? Die Sterne lachten fröhlich und sagten: Es gibt so viele Sterne am Himmelszelt und es würde uns eine Ehre sein für diesen Welpen ein besonders hellen Stern auszuwählen, der ihm die Stille in seinem Leben erhellt.

wie sie die Sonne fragte: Sag Sonne, wenn einer meiner Welpen taub geboren würde, was würdest Du machen? Die Sonne strahlte warmherzig über ihr ganzes rundes Gesicht: Ach, Variell, was machst Du Dir Sorgen, meine Wärme und mein Licht reicht für alle. Deinem tauben Welpen werde ich besonders warme Strahlen schenken.

wie sie den Wald fragte: Sag Wald, wenn einer meiner Welpen taub geboren würde, was würdest Du machen? Der Wald rauschte mit seinen Blättern und sprach: Im Wald ist Platz für alle Kreaturen, ich bin so groß und ich werde auch einen tauben Welpen unter meinem Blätterdach beschützen.

wie sie den Bach fragte: Sag Bach, wenn einer meiner Welpen taub geboren würde, was würdest Du machen? Der Bach plätscherte und gluckste: Keine Angst, mein Bachbett wird auch für Deinen tauben Welpen genug Wasser führen, damit er immer ausreichend zu trinken hat.

Variell fragte noch den Wind, den Nebel, die Blumen, die Tiere .........

Zum Schluss nahm sie sich ein Herz und fragte den MENSCH:

Sag Mensch, wenn einer meiner Welpen taub geboren würde, was würdest Du machen? Der Mensch sah sie tadeln an und antwortete: Ich will nicht hoffen, dass so etwas vorkommt, meine Zucht könnte dadurch in Gefahr geraten. Mit einem tauben Welpen kann ich nichts anfangen, er ist für mich untauglich und wertlos.

Von diesen bösen Worten erschrak Variell so sehr, dass sie schlagartig aufwachte. 

Sie wusste nun was sie zu tun hatte.

Traurig verließ sie Haus, Hof und Garten mit ihrem Lieblingsplatz am Teich.............

Sie würde einen geeigneten Platz suchen und auch finden, wo ihre Welpen sicher waren. Es würde ein luftiger Platz sein, nicht weit von der Sonne, dem Mond und den Sternen, mitten unter dem schützenden Blätterdach des Waldes, an einem Bach mit vielen Blumen und Tieren, einem Ort, wo auch ein tauber Welpe ein Recht auf ein Leben hat.
                                                                                                                                     
(Autorin: Angelika Schweitzer)

  zurück zu Nachdenkliches